WordPress mit Plugins sinnvoll erweitern

Sinnvolle WP-Plugins

Wer sich mit WordPress beschäftigt, um funktionale und ansehentliche Webseiten zu erstellen, wird eher früher als später auf Plugins als technische Ausbaumöglichkeit stoßen. Während Themes der Datenstruktur ein attraktives Äußeres geben, erweitern Plugins deren Funktionalität. Je einfacher ein Theme gestrickt ist, desto eher wird man sie brauchen. Aber auch bei einem gut bezahlten Premium-Theme wird man nicht ohne Plugins auskommen, um genau bei seiner individuellen Homepage zu enden. Zum Glück gibt es sie zu tausenden und sehr oft umsonst. Leider sind aber auch viele Plugins überflüssig oder sogar schädlich. Die Guten ins Töpfchen zu bekommen ist die Herausforderung.

Plugins werkeln in allen Bereichen Ihrer WordPress-Installation: Ob interne Organisation, soziale Vernetzung nach außen, Schutz und Sicherheit oder Suchmaschinen-Optimierung (SEO) – es gibt genug zu tun und für fast jeden Zweck ein kleines Helferlein. Stöbern im offiziellen Plugin-Verzeichnis kann ähnliche Auswirkungen wie ein Shopping-Rausch haben: Man hat sich am Ende eine Menge unnötiges Zeug aufgeladen. In meiner Einsteigerphase (und auch jetzt noch) empfand ich es immer als hilfreich, in fachlichen Blogs Artikel wie „10 unverzichtbare WordPress-Plugins“ oder „Meine Top 20 WordPress-Plugins“ zu lesen. Deshalb will auch ich jetzt mal darüber schreiben.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da draußen WordPress-Installationen mit weniger als fünf Plugins gibt. Allein drei habe ich bereits Anfang des Jahres vorgestellt, die einen notwendigen Basis-Schutz bieten: Limit Login Attempts, AntiSpam Bee und AntiVirus (siehe WordPress kostenlos sicherer machen). In vielen Fällen wird zusätzlich auch noch ein Plugin für automatisierte Backups empfehlenswert sein. Meine Homepage mit ihren monatlichen Artikeln halte ich aber durch die täglichen Backups meines Providers für ausreichend abgesichert. Womit wir an einem entscheidenden Punkt angekommen wären: Es gibt viele sehr gute und Mehrwert erzeugende Plugins, die Sie aber nicht brauchen. Es gilt: Viel hilft nicht immer viel. Warum?

Jedes Plugin knabbert ein bisschen mehr oder weniger an Ihren Server-Ressourcen und belegt ein bisschen mehr oder weniger Speicherplatz. Das macht Ihre Homepage langsamer, jedoch ist Performance ein echtes Qualitätsmerkmal. Jedes Plugin bringt potentiell die Gefahr der Unverträglichkeit mit Ihrem Theme oder anderen Plugins mit sich. Vielleicht nicht jetzt, aber in einem Jahr, wenn es der Entwickler möglicherweise nicht mehr pflegt. Es können auch die deutschen Datenschutzbestimmungen zwischen Ihnen und der Installation stehen. Zudem ist die Arbeit an Ihrer Homepage nicht irgendwann mal abgeschlossen. Die Entwicklung geht permanent weiter, im WordPress Plugin-Verzeichnis werden seit mehr als zwei Jahren ohne Update gebliebene Plugins mit einem Warnhinweis versehen. Die Pflege von 30, 40 oder noch mehr Plugins kann da ganz schön aufwändig werden. Besinnen Sie sich also auf den Fokus Ihrer Website und konzentrieren Sie sich auf dazu passende Erweiterungen. Es gibt wirklich wenige Plugins, die absolut jede WordPress-Installation haben sollte.

Dazu zähle ich im Bereich der internen Organisation den Broken Link Checker. Dieses Plugin überprüft, ob die internen und externen Verlinkungen Ihrer Website noch gültig sind und warnt ggf. entsprechend. Verwaiste Links sind nicht nur für Ihre Besucher ärgerlich, auch Suchmaschinen mögen sowas nicht. Diese Arbeit ist selbst bei übersichtlichen Homepages nicht in Eigenleistung erbringbar. Ein schlankes Tool zur Beschleunigung der Datenströme ist Cachify. Es verwaltet einen Zwischenspeicher mit Verfallsdatum und entlastet so den Server von Anfragen an die diversen Datenbanken. Gegen deren Verfettung setze ich vorbeugend das Plugin WP Optimize ein, welches überflüssig gewordene Datensätze löscht. Den deutschen Datenschutzbestimmungen ist der Einsatz von Subscribe To „Double-Opt-In“ Comments geschuldet. Wer einen meiner oder Ihrer Beiträge kommentiert und über nachfolgende Kommentare per eMail informiert werden möchte, kann dafür eine Checkbox aktivieren. Darauf hin wird eine eMail mit einem Aktivierungslink versendet und so der Kommentator authentifiziert.

Der Bereich Suchmaschinen-Optimierung und Statistik bietet viele Möglichkeiten der Entfaltung auf teilweise dünnem rechtlichen Eis, zumindest hier zu Lande. Zahlreiche Spezialisten verdienen gutes Geld damit. Für mich ist es ein bisschen die unkreative Buchhaltungsabteilung im WordPress-Büro, auch deshalb vielleicht habe ich diesen Bereich noch nicht konsequent durchdrungen. Um trotzdem minimal nett zum Suchmaschinenroboter zu sein, habe ich das Plugin Google XML Sitemaps installiert. Es generiert ein auch für alle anderen Suchmaschinen lesbares Inhaltsverzeichnis dieser Homepage. Weiterhin sorgt NoFollow Free dafür, dass von Autoren und Kommentatoren hinterlassene Links, die von WordPress standardmäßig für Suchmaschinen gesperrt werden, wieder offen sind. Das mögen sie nämlich und es ist generell ja auch ganz im Sinne des Vernetzungsgedankens.

Mein Statistik-Plugin Statify liefert eine einfache, aber datenschutzrechtlich absolut unbedenkliche Besucheraufzeichnung. Es gibt weit mächtigere Plugins, hier muss sich jeder Seitenbetreiber die Frage stellen, was er denn mit einem täglich wachsenden Datenberg tatsächlich anfängt. Daten sind nichts ohne Analyse, Analyse ist nichts ohne entsprechende Ausrichtung der Aktivitäten. Sicher ist, dass viele Websites mit dieser Minimallösung nicht auskommen würden, sicher ist aber auch, dass viele Besucherstatistiken nur unbeachtete Datenberge produzieren.

Ähnlich verhält es sich mit dem Bereich soziale Vernetzung. Viele moderne Themes bringen bereits eine Funktionalität zur Einbindung von Facebook & Co mit. Wenn diese nicht ausreicht, sind Plugins gefragt. Als deutscher Seitenbetreiber ist man hier wieder durch die Bestimmungen zum Datenschutz herausgefordert. Das von mir verwendete Plugin kann ich in der aktuellen Version zum jetzigen Zeitpunkt nicht empfehlen, ich verwende eine ältere Version, die ich nicht mehr aktualisiere, was natürlich auf Dauer nicht so bleiben wird. Hintergrund ist, dass der ursprüngliche Entwickler die Betreuung an eine Firma übergeben hat, welche die Funktionalität in ihrem Sinne verändert hat. Was ich weiter oben angedeutet habe, trifft mich also auch selbst.

Haben Sie mitgezählt? Meine absolute Basisausstattung umfasst bereits 10 Plugins. Und die Kollegen der Sorte „nice to have“ sind darin nicht enthalten. Ihr Einsatz macht übrigens auch Sinn, aber das ist eine andere Geschichte.

Weiterführende Links:
Die offizielle WordPress Plugin-Site, auf der alle genannten Plugins über die Suchfunktion zu finden sind. Die direkte Installation ist natürlich auch in Ihrem Admin-Bereich möglich.

Quellennachweis Artikelbild: Composing unter Verwendung eines Motives von PublicDomainPictures.

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