Auf Tuchfühlung mit Spreadshirt – Teil 1

t-shirt-druck bei spreadshirt

Kennen Sie die sprd.net AG? Das Unternehmen firmiert freundlicherweise unter dem viel eingängigeren Namen Spreadshirt im Internet und feierte 2012 bereits sein 10jähriges Bestehen. Gegründet als kleine Zwei-Mann-GbR steht es heute für ein gelungenes Start-up-Projekt aus deutschen Landen. Auf seiner Online-Plattform kann man sich hauptsächlich Kleidung, aber auch andere Gegenstände individuell bedrucken lassen. Was sich in dieser Kurzfassung vielleicht nicht sehr spektakulär anhört, ist meiner Meinung nach dennoch eine sehr vielschichtige und interessante Angelegenheit. Ich beschäftige mich seit 2008 mit Spreadshirt und habe vor kurzem die Zentrale in Leipzig besucht. Dazu erschien bereits mein Gastbeitrag im Spreadshirt-Blog, hier nun möchte ich über den Geschäftsbetrieb und meine Erfahrungen als Vertriebspartner berichten.

Ohne das Internet gäbe es diese Firma gar nicht und ohne die Evolutionsstufe Web 2.0 würde sie nicht einmal halb so gut laufen. Neben technischer Kompetenz zählt also ein waches Auge für kommende Entwicklungen zum essentiellen Know-How. Darüber hinaus ist Spreadshirt unmittelbar abhängig von der Schaffensfreude seiner Kreativ- und Vertriebspartner wie mich oder vielleicht auch Sie. Diese wird von gesellschaftlichen Strömungen, saisonalen, regelmäßigen und außergewöhnlichen Ereignissen geprägt. Das Unternehmen existiert also in einem ständig „fließenden“ Umfeld, in dem Aktion begrenzt möglich und richtige Reaktion oft nötig ist.

Offensichtlich macht die Mannschaft um den Gründer und heutigen Aufsichtsratsvorsitzenden Lukasz Gadowski dabei nicht allzu viel falsch. Als ich 2008 anfing, mich mit den Möglichkeiten des Geschäftsmodells auseinander zu setzen, hatte ich noch die Auswahl zwischen vier oder fünf konkurrierenden deutschen Unternehmen. Inzwischen dürfte es zwar sogar mehr Firmen geben, die individuellen Textilbedruck online anbieten, eine ähnlich geartete Vertriebspartnerschaft bietet jedoch nur noch shirtcity.de an. Im Ausland ansässige Unternehmen habe ich nicht berücksichtigt, hier wäre eine Kooperation gründlich auf Sinnhaftigkeit zu prüfen.

Das liegt auch daran, dass sich Spreadshirt konsequent international ausgerichtet hat. Der europäische Markt ist praktisch abgedeckt und auch im Mutterland der Geschäftsidee, den USA, ist man mit einem Büro (in Boston) und einem Produktionsstandort (Greensburg in Pennsylvania) aktiv. Zwei weitere Produktionsstätten befinden sich derzeit im polnischen Legnica und am Hauptsitz Leipzig. Als Partner ist man also gut versorgt. Zum Vergleich habe ich mir angeschaut, wie z.B. der internationale Marktführer cafepress.com versucht, den deutschen Markt zu bedienen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Eine automatisch, aber unvollständig in deutsch übersetzte Homepage, die mit solch dadaistischen Verlockungen daher kommt wie „Vintage-T-Shirts / Zeig deinen Retro-Stil mit Gehirnjogging-Designs aus deinen Lieblingsjahrzehnten“. Der Slider als Seitenaufmacher präsentiert mir unter anderem individuell gestaltete Flip-Flops und T-Shirts für einen endlosen Sommer. Das sieht gut aus, aber wir haben gerade Anfang November. So, und jetzt muss man noch wissen, dass cafepress.com das Vorbild für Spreadshirt war.

Spreadshirt hat sich, wie gesagt, der Individualisierung von Produkten verschrieben und trifft damit den Geist der Zeit. Das Sortiment besteht überwiegend aus Bekleidungs- sowie einigen Trendartikeln, die sich gut bedrucken lassen. Dies geschieht entweder als Foliendruck oder als Digitaldruck, der durch sein breites Farbspektrum für Pixeldateien wie Fotos oder Zeichnungen geeignet ist. In der Langzeitqualität zeigt er aber Schwächen. Genau umgekehrt verhält es sich beim Foliendruck, der in der Regel farb- und formstabil die Lebensdauer eines T-Shirts erreicht. Einschränkungen sind bei den Gestaltungsmöglichkeiten hinzunehmen, da eine Folie immer genau eine Farbe hat und maximal drei Folien pro Motiv zugeschnitten werden können. Dieses muss daher auch als Vektordatei vorliegen oder aus reinem Text bestehen.

Welche Möglichkeiten hat nun der Kunde? Ist er kreativ, kann er ein eigenes Motiv hochladen und sich ein Produkt damit gestalten und bestellen. Ist er weniger kreativ, kann er sich aus einer sechsstelligen Zahl an vorhandenen Motiven und/oder Text sein Wunschprodukt am Bildschirm designen. Ist er gar nicht kreativ, wählt er sich eines der fertig gestalteten Produkte aus und kauft auch damit alles andere als ein Massenprodukt. Motive und Produkte befinden sich auf dem Spreadshirt-Marktplatz, der die eine Zustiegsmöglichkeit für kreative Menschen darstellt. Die andere Möglichkeit besteht darin, einen eigenen, exklusiven Shop einzurichten und zu vermarkten. Ich selbst nutze als Partner von Spreadshirt beide Varianten. Darüber und über meine Erfahrungen berichte ich im zweiten Teil des Artikels.

Weiterführende Links:
Mein Gastbeitrag im Spreadshirt-Blog anlässlich der ersten Academy-Veranstaltung
Die Homepage von Spreadshirt Deutschland
Anbieter-Vergleich von getestet.de für T-Shirt-Druck

Quellennachweis Artikelbild: spreadshirt

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